Dienstag, 19. Mai 2015

Als mein geliebter Fetisch mich zu einem Herdentier-Dasein verleitete

Alles begann mit der gefürchteten Frage: „Mama, darf ich Instagram haben?“
Selbstverständlich schossen mir [Mama mit starken Tendenzen zur Hyper-Glucke] sofort die wahnwitzigsten Gedanken durch den Kopf. Meine kleine Maus ... eben noch mit ihr im Kreißsaal gelegen ... und jetzt bereits unterwegs im wilden, wüsten Wurmloch ... allein ... lediglich umgeben von Millionen von Ganoven, die mit süßen Tierbaby-Bildern locken ... NIEMALS!
Tochterkind so: „In meiner Klasse haben das fast alle. Und das schon ganz lange.“
Oh Mann > Gruppenzwang! Und nun? Einerseits will ich meine Kinder vor allem beschützen, was ihnen auch nur im entferntesten schaden könnte. Aber andererseits bin ich mir dessen bewusst, dass die heutige Zeit Dinge wie das Internet [nebst allem, was da so dranhängt] nun mal mit sich bringt. Es geht kaum noch etwas ohne. Und wenn ich ehrlich sein soll, liegt es mir am Herzen, meinen Kindern den Weg dorthin ... zu ebnen? Hmmm, ich weiß nicht. Aber ihnen die möglichen Gefahren weitgehend zu verinnerlichen, damit sie nicht irgendwann auf der Nase landen. Ja, das ist es wohl.
Ich bin davon überzeugt, dass Scheuklappen eine denkbar schlechte Variante sind. Lieber miteinander sprechen. Wenn es sein muss, auch ausdiskutieren. Aber bitte nicht einfach so verbieten. Fahrradfahren oder den Weg in die Schule habe ich meinen Kindern doch auch nicht verboten, nur weil es so gefährlich ist. Nein, ich habe ihnen gezeigt, wie es geht, und wir haben besprochen, was sie beachten müssen, um die Gefahren so gering wie möglich zu halten. Und falls sie dann doch mal eine Bruchlandung hinlegen, sollen sie sich dessen gewiss sein, dass die Hyper-Glucke zu Hilfe eilt. Liebende Hyper-Glucken Mütter tun das so. Die können gar nicht anders. Hat was mit den weiblichen Hormonen zu tun. Und meistens finden Muttertiere auch immer eine Lösung. Egal ob im Real Life oder im WWW.

Aber und trotzdem und genau deswegen ist eine gesunde Vorarbeit erstrebenswert. Es gibt nun mal wichtige Verhaltensregeln. Immer und überall. Wenngleich auch nur ein Bruchteil an Mitmenschen bzw. Usern dies zu wissen scheint. Leider. Und leider sind auch unter den besagten Mitschülern Kinder, denen anscheinend niemand etwas von/zu diesen Regeln gesagt hat. Ich bin mir noch nicht einmal sicher, ob sich alle Eltern über die teils haarsträubende Reise ihrer Sprösslinge im Klaren sind. Verbote wurden wohl seitens der Erziehungsberechtigten* so einige ausgesprochen. Aber scheinbar sind diese zu verlockend, um nicht von den dazugehörigen Kindern gebrochen zu werden. Heimliches instagramen. Umso glücklicher bin ich, dass meine Tochter mich gefragt hat, bevor sie sich alleine in die Welt der kleinen Bildchen stürzte.
*[-berechtigt heißt: ihr dürft - ihr müsst nur wollen. Ja, auch dann noch, wenn die Kinder nicht mehr winzige Pupsbäckchen sind, die sich mit ein bisschen Babynahrung und Heititei abspeisen lassen.]   

Ein striktes Nein kam hier bei uns also schon mal gar nicht in die Tüte. Stattdessen stopfte ich den Antrag auf Instagram in die Warteschleife und begab mich auf Beobachtungstour. Staunte, lächelte und wunderte mich über diverse kleine Bildchen, fand viele liebe Blogger wieder, die ich bereits traurig als verschollen im Hinterkopf gespeichert hatte und entdeckte meine pure Freude an Hashtags. So ging das eine ganze Weile [ca. ½ Stunde], bis ich beim #ente angelangt war ...

„Kind, KIIIND ... wie bekomme ich da ein hin?
Ich will der Ente ihre Füße ♥en! SOFORT!!!

Tja, es geht doch nichts über einen internalisierten Fetisch! :D 

Joah. Lange Rede, wenig Sinn – die Suse turnt nun auch – dort – herum. Mama und Tochter ♥en sich munter gegenseitig und haben dabei stets ein Auge auf den jeweils anderen. Was will ich mehr?


Wer jetzt denkt, dass ich nun das Bloggen einschlafen lassen möchte ... nö! Will ich nicht! Jedenfalls nicht mehr als gewohnt. Aber der Vorteil von Instagram gegenüber eines Blogs ist nun mal definitiv das „Geht-mal-eben-zwischendurch-Prinzip“. So dachte ich zumindest. Was bei mir allerdings auch nicht ganz so klappt wie ich es gerne hätte. Denn auch mit Instagram hat der Tag hier lediglich 24 Stunden. Klingt überraschend, ist aber tatsächlich so. Aber sind wir mal ehrlich - irgendwas ist doch immer!

Ich wünsch Euch was!
Und lasst Euch bloß nicht Kraut und Rüben aus den Ohren wachsen!

[Echt jetzt, das sieht voll doll albern aus. Glaubt mir.]

Kommentare:

  1. Du sprichst mir so was von absolut aus der Seele, Sonja!
    All diese Gedanken, Ängste, Befürchtungen und guten Vorsätze habe ich auch.
    Meinen Sohn habe ich auch in all seinen Entwicklungen genauso begleitet wie Du es hier beschreibst.
    Auch wenn wir gerade erst kurz vor dem Schulweg stehen.^^

    Aber auch der Umgang mit Fernsehsendungen ist schon so was in der Richtung. Wenn ich sehe, was Kindergartenkinder schon so alles gucken, wie viel sie mit ihrer Wii oder mit der Playstation spielen.
    Das gibt es bei uns nicht. Computerspiele sind in diesem Alter noch tabu und was er gucken darf, suchen wir gemeinsam aus. Wir reden auch darüber. Mein Sohn ist ein Kind, das Erklärungen braucht. Hat er den Grund verstanden hält er sich konsequent an die Regeln. Ich bekam auch schon mal ein Lob von ihm, dass ich so gut auf ihn aufpasse, dass er nichts schlimmes guckt. "Du machst das super, Mama."
    Ich hätte fast heulen können, so toll war das.

    Es tut gut zu lesen, wenn andere da genauso gestrickt sind wie ich. Und ich finde, Du hast das perfekt gelöst. Das macht mir für solche Herausforderungen, die da noch kommen Mut und nehmen die Scheu und die Angst.

    Liebe Grüße
    Sonja

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    1. Ui, liebste Sonja, ich werd ja ganz rot. Danke für Deine lieben Worte! ♥
      Wie bei so vielem, war ich mir auch bei diesem Thema nicht sicher, ob meine Entscheidung nun richtig ist oder nicht. Aber ich bin dankbar, dass meine Tochter zu mir kommt und fragt. Wir können über alles reden - egal, ob sie etwas auf dem Herzen hat oder ich. Was will ich mehr?
      Bei meinem Sohn sieht das schon wieder anders aus. Der ist zurzeit viel zu cool, um zu Mami zu gehen und womöglich ein Gespräch aufkommen zu lassen. *seufz*

      Das Lob Deines Sohnes ist ja echt goldig! Ich hätte geheult. Das kannste aber glauben!

      Wünsche Dir noch einen schönen Abend,
      Sonja

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  2. *hihi* Und noch eine, die von Instagram infiziert wurde. ;))

    Das, was du beschreibst, hatten wir hier bei FB und als mir der Junior in der Tat noch zu jung dafür zu sein schien, habe ich es verboten, in der 6.Klasse hatten es dann aber alle und... na ja, Gruppenzwang. Der Teufel, den ich vorher an die Wand gemalt hatte, tauchte nicht auf. Aber FB wurde auch recht bald langweilig und nun gibt's ja auch whatsapp. Und ich bin hier in der Familie tatsächlich die einzig Instagram-Infizierte und es kann keiner so recht verstehen, was ich da treibe. *g* Aber es macht einfach Spaß und meine Liebeserkärung hatte ich ja auch schon verbloggt. Das ist einfach eine tolle Spielwiese für den kurzen Output und für Inspirationen aller Art. Nicht mehr und nicht weniger. Und man lernt so nette Leute kennen. ;D

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    1. Stimmt, über die netten Leute freue ich mich auch am meisten! ;D und ♥♥♥

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  3. *hihi* hyper genial!! Ich bin noch sooooo froh das mein Käferchen für all das zu klein ist.
    Und finde es toll das du mich bei Instagram gefunden hast. *hihi*
    Drück dich!
    Glg Dany

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    1. Genieße diese Zeit! ;0)

      Ich drück Dich ganz herzlich,
      Sonja

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  4. Bei der Miss war Instagram damals Facebook. Sie hat sich heimlich angemeldet. Ich glaube ich habe es zwei Jahre später erst mitbekommen... Soifz... Inzwischen ist FB out und auch irgendwie Instagram. Zumindest was meine Kids angeht. Die Miss ist zwar auch dort, aber sie lädt kaum was hoch. Whatsapp ist es, wo sie sich rumtreiben. ;)

    LG

    LG

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    1. Ooooh ja! Meine Kids whatsappen auch ... hält sich aber zum Glück in Grenzen. ♥

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  5. Wusste ich doch, dass mein Kommentar von heute Mittag mal wieder im off verschwand, Klappe die Zweite:
    Also das war ja jetzt wirklich ein höchst spannender und aktueller Beitrag. Finde ich prima, dass ich mal bei anderen durchs Schlüsselloch gucken kann. Natürlich war das bei uns auch Thema. Und natürlich hat Mutti Gretel mit ihrer Sozialphobie erst einmal abwehrend die Hände gehoben. Aber da das große Kind so überaus wundertolle Fotos schießt und ich ja nun selber hier so ruminternete, hab ich ja gesagt - natürlich nur unter Pseudonym - versteht sich. Das Kind darf also instagrammen.
    Und ich war auch sehr erbaut, dass es mich vorher gefragt hat. Hammer doch nich alles falsch gemacht :-)
    Für mich werde ich das wohl weiterhin ausschließen...... vorerst
    Liebe Grüße
    Bei Whatsapp bin ich auch nicht, ich bin überzeugter Unterstützer der Telekom und schicke MMS (falls jemand noch weiß, was das ist - Fotos per SMS verschicken und sich dämlich zahlen :-))

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  6. Sonja!!!!! Nein, das darfst du nicht. Sonst gibt es kein Winterurlaub! Sry, musste sein :D

    Bin ich froh, dass ich meine noch zu klein ist dafür;)


    Liebe Grüße Andy

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  7. Ich finde Insata total nett. Schön, dass wir uns auch dort gefunden haben ♥♥♥

    LG Sabine

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  8. Das Verhalten deiner Tochter zeigt das Vertrauen und die gute Beziehung. Finde ich gut wie du es gemacht hast, denn ansonsten wäre es wahrscheinlich irgendwann heimlich gemacht worden. So kannst du schauen und sie auf die Gefahren hinweisen, gerade was Fotos mit Angaben wo man sich aufhält angeht (den Apps).

    Herzliche Grüsse
    N☼va

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  9. Das stimmt , meine liebe Sonja , Verbote bringen eh nichts ( habe ich doch vor vielen , vielen Jahren meine Süße ziehen lassen , mit den gleichen Ängsten , aber du hast deinen Weg gemeistert ) . Manchmal haben die Kids ja auch tolle Ideen , siehe Instagram , da wird nicht nur die Mama von der Tochter infiziert , Nein ! auch die Omama hat es erwischt . Ich Danke euch . :)
    Liebe Grüsse Omama

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  10. Liebe Sonja, das habe ich jetzt mit Luft anhalten in einem Rutsch durchgelesen. So habe ich auch immer versucht, das zu handhaben und es war so positv. Es ist auch für die Kinder so schön, weil sie sich niemals dem Stress aussetzen müssen, etwas heimlich zu machen. Ich drück Dich jetzt mal ganz fest, das hat mich sehr berührt beim lesen!
    glg zu Dir,
    Susanne

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    1. Ganz liebe Grüße auch an Dich, Du Liebe!♥♥♥

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  11. Auf jeden Fall gut gemeistert. Ich kenne das auch noch. Als ich meinen Sohn das erste Mal Wrestling im TV sehen sah, schoss ich erschrocken auf den Apparat zu und AUS! Hat etliche Gespräche gedauert, bis wir da zu einer Einigung gekommen sind. Das war in vielen Sachen so, und als Fazit kann ich sagen: Am Ende hat der Sohn eh alles so getan, wie es in ihm drinsteckte.

    LG Swan

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  12. Ach, wie ich Dich und Euch Kommentierende verstehe ... ging und geht mir mit der 16jährigen genaus so. Und dann bin ich überhaupt nicht so fit wie Du Sonja, ich und Instragram ... wundere mich ja schon immer, dass ich das mit dem Blog so hinkriege!
    Ich habe bei der Tochter das Gefühl dass es gut ist. Sie ist vorsichtig, passt auf.
    Der Sohn kann ja gar nicht lesen, das ist kein Thema.
    Vertrauen ist ganz wichtig, Sonja, Du machst es einfach super!
    liebe Grüsse
    Elisabeth

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  13. Sehr mutige und sehr weise Entscheidung das Thema anzugehen. Ich finde es nicht nur klasse, dass Du selbst mitmachst, sondern auch spitze, dass Deine Tochter sich mit Dir ausgetauscht hat.
    Tolle Vertrauensbasis - ich freue mich sehr für Euch.
    Ganz liebe Grüße schickt Dir von Herzen Kirsten

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  14. Ha, hab Dich an Deinem Bild erkannt.
    Darf ich fragen, wie alt Deine Tochter ist.
    Bei uns warf sich die Frage unlängst auf, weil sie halt ihre Mutter ständig mit Instagram herumhantieren sah. Ich hab's erlaubt, allerdings nur privat. Und bei einigen Bildern muss sie mich vorher fragen.
    Aber Du hast recht. Man kann die Entwicklung nicht aufhalten.
    Solltest Du Dich fragen, wer Dich erkannt hat?
    Ich bin's, die Bedarfsbüglerin.

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  15. ohhh ich versteh du hyper glucke♥
    aber wie geht instagram, schulterzuck!?
    gglpfingstgrüssele an dichund vergiss uns blogger nicht ;-))(spaaass)

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    1. Ach, Quatsch, neee ...

      Viele liebe Knuddelgrüße an Dich! ♥♥♥

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  16. manchmal bin ich echt froh, dass meine tochter schon lange erwachsen ist und es zumindest diese probleme in ihrer kindheit/jugend noch nicht gab. na gut, es waren andere, die auch immer wieder vertrauen erforderten. und das hat sich gelohnt!!
    liebe grüße, mano
    ps: ich hab grad deine spitzmaus geherzelt.

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  17. Hah, nun komm ich aber auch mal gucken. ;-)
    Und was finde ich? Einen Artikel, der wirklich toll und voller Humor geschrieben ist. Gefällt mir. Ganz mein Stil. Ich würde ja ein Instagram-Herzchen geben, wenn das ginge. :-)

    Diese Einstellung gefällt mir besonders, genau so sollte man es handhaben:
    "Fahrradfahren oder den Weg in die Schule habe ich meinen Kindern doch auch nicht verboten, nur weil es so gefährlich ist. Nein, ich habe ihnen gezeigt, wie es geht, und wir haben besprochen, was sie beachten müssen, um die Gefahren so gering wie möglich zu halten."

    Liebe Grüße,
    Martina

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  18. Ja , liebe Sonja , wieder etwas neues , sogar Generationsübergreifend , lach . Enkeltochter an Mutter an Oma an Tante / Schwester , hihihi , aber macht Spaß . :)
    Liebe Grüsse Omama

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