Samstag, 14. März 2015

Zum frühjährlichen Check des Eselchens bitte Stall ausmisten [Like-2-bike | Hauptsache Fahrrad]

Der Frühling lockt, im Stall schnaubt´s edle Ross Eselchen und scharrt ungeduldig mit den Hufen. Vielleicht liegt es daran, dass es – nun endlich aus der Winterstarre erwacht – sich zwischen den anderen Rössern eingekeilt findet. Hab´s befreit ... um mich augenblicklich von der Frühlingssonne meiner Nachlässigkeit mahnen zu lassen. Erstrahlte mein Grautier die vergangenen Jahre in einem unschuldigen Weiß, macht es nun seinem Namen alle Ehre. Muss dringendst geputzt und gestriegelt werden. Außerdem lahmt es etwas. Da ist dann wohl noch eine ordentliche Wellness-Kur fällig, bevor sich mein humpelndes Eselchen wieder in einen leichtfüßigen Schimmel verwandelt.
Auf dem Dorf lebend, bieten sich ja auch die unbefestigten Wege querfeldein astrein an. Für mein Eselchen und mich am liebsten und überwiegend im Trab. Um nervöse Fehlreaktionen zu vermeiden. Nicht auszudenken, wenn es mir mal ausbricht. Oder stolpert. An diese Gefahr denke ich besonders in lauen Sommerabendstunden, wenn´s Eselchen bergab galoppiert und mein zottiges Haar sich im Winde verweht. Ganz gleich, ob nun ein garstiger Ast oder eine verirrte Spitzmaus sich uns in solch einem windigen Moment in den Weg wirft > die akute Stolpergefahr ist definitiv nicht schönzureden. Dennoch ist es erfrischend. Und es haucht ein Gefühl von Unbeschwertheit. Außerdem käme ich meinen Kindern sonst gar nicht hinterher.
Die Rösser meiner Kids sind sowieso irgendwie anders. Stimmiger. Das meines Sohnes bäumt sich störrisch auf, aber das ist so gewollt. Mehr noch – es hüpft und driftet ohne Ende. Wie ein wildes Rodeo-Pferd. Anhaltende Schnappatmung bei Mama.
Gleichfalls heftig, wenn Herr Gatte es seinem Spross nachahmen möchte. 1x so geschehen. Er seinem Ross die Sporen gegeben, dieses sich aufgebäumt und zu Hause haben wir dann beide verarztet. Ich glaube, das mit dem Aufbäumen machen die zwei so schnell nicht wieder.
Da lieb ich mir doch mein Eselchen. Quietschend und schnaubend reiten wir durch die Prärie. Wir entdecken rutschige Steine und Pfützen, die tiefer sind als sie aussehen. Und wir erwischen sie alle. Quietschend und schnaubend. Und so bin ich mir sicher, dass mich irgendwann der hiesige Jägersmann ergreift, weil er meint, die Tollwut hätte mich gepackt ...

(Ich befürchte, Fortsetzung folgt ...)

So, und nun werde ich mir bei der allerliebsten Fahrradfrau einen Rüffel abholen,
weil ich mein Eselchen den Winter über so sträflich vernachlässigt habe ...

Kommentare:

  1. Wunderbar, Sonja :) wünsche ein schönes Wochenende.

    Liebe Grüße Andy

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  2. Liebes Schwesterherz ♥

    Du erinnerst mich daran, dass mein Rappe auch mal wieder gestriegelt werden sollte. Die Hufe müsste ich auch mal kontrollieren. Obwohl ich es täglich ausführe, allein schon damit zur Arbeit zu kommen, beachte ich es kaum. Du siehst auch nicht besser.

    Ein schönes Wochenende dir.
    Deine Schwester Sabrina ♥ ♡ ♥

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  3. Was für eine Gabe!! Nicht allein das Traben auf einem Eselchen über Stock und Stein - nein, doch, auch, aber das Ganze so lebendig in Worte zu fassen, das ist ganz deins. Freu mich schon auf die Fortsetzung, Birgit

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  4. Dein Eselchen muss erst mal aus dem Winterschlaf erwachen. Das dauert natürlich. Also: Gib ihm ne Chance ♥

    LG Sabine

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  5. Nee, von mir kriegste keinen Rüffel - sondern ein breites Grinsen :-)
    Toll geschrieben!
    Ganz liebe Grüße
    Christiane

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  6. *lacht*.....herrlich liebe Sonja. Einfach toll wie du einen ansonsten doch eigentlich nicht geliebten Vorgang so herrlich beschreibst. Habe den Post mit Begeisterung gelesen^^

    Wünsche deinem Eselchen eine gute Zeit und möge es dich überall gesund und munter hinbringen.

    Liebe Sonntagsgrüssle

    N☼va

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  7. *hihi* Das ist gut. Ich frei mich schon auf die Fortsetzung! Ich schick dir Liebe Grüße!! Dany

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  8. Soso , dein Eselchen hast du erstmal gepflegt . Das bleibt mir erspart isch habe gar kein Eselchen mehr und das ist gut so , ich möchte in der Stadt kein Drahteselchen mehr fahren . Eine tolle Geschichte hast du aus deinem Radel gemacht und ich freue mich auf die Fortsetzung . :)
    Liebe Grüsse Heike ups Omama

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  9. Ich fahre so wenig mit dem Fahrrad und das auch nur bei gutem Wetter, dass ich maximal den Staub runterpusten muss. Hat auch seine Vorteile. ;) Den technischen Kram macht der Gatte.

    LG

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  10. Gnihihi... sooo lieb geschrieben! Gib dem Eselchen eine Karotte von mir!! (oder einen Schluck öl) ;)
    Ganz liebe Grüße!
    Dani

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  11. Hallo liebe Sonja,
    erst einmal ganz lieben Dank für die netten Kommentare bei mir und dann freue ich mich das Du Dich bei mir niedergelassen hast.

    Mein Eselchen habe ich in der letzten Woche geputzt und bin auch schon damit gefahren. Wenn das Wetter wieder stabil ist, fahre ich regelmäßig alle zwei Tage ca. 8-10 km am Kanal entlang. Das macht mir großen Spaß und ist auch noch gut für die Gesundheit.

    Liebe Grüße
    Biggi

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  12. das ist wieder so erfrischend geschrieben. Hat wieder richtig Spaß gemacht zu lesen :-)
    Ich wünsche dir mit deinem Eselchen viele schöne erlebnisreiche Fahrten - und uns natürlich die Geschichten ;-)

    Herzliche Grüße von Heidi-Trollspecht

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