Donnerstag, 29. Januar 2015

Pfeil und Bogen {*Bilder-Pingpong*, die 1.}

Dies ist die Vorgabe, die Ghislana und Lucia
bei ihrer neuen und spannenden Aktion *Bilder-Pingpong* 
als 1. Thema bereitgestellt haben:

Und hier nun meine Assoziation:

Auch wenn ich mich irgendwann einmal für das gefährliche Abenteuer *Mama* entschieden habe, gibt es Dinge, die muss ich nicht wissen. Will ich vielleicht auch gar nicht. Zum Beispiel, wie Weinbergschnecken schmecken. Muss ich nicht, will ich nicht. Oder ob ein mikrogewellter Hamster mit der Nase blinken kann. Muss ich ebenfalls nicht. Jedenfalls nicht so unbedingt. Und ob mir auf dem K2 die Puste ausgeht ... bin ehrlich nicht gewillt, dies auszutesten. Außerdem glaube ich die Antwort eh zu kennen. Schließlich röchele ich ja schon aus dem letzten Loch, wenn ich den Klassenraum meiner Tochter erreiche. Und der befindet sich im 1. Stock. Abgesehen davon: Sollte ich jemals den Drang nach einer Besteigung verspüren, so seid gewiss → der K2 wäre es ganz sicher nicht.
Gut, ich gebe zu, dass manche Dinge mein Interesse ein bisschen intensiver ankitzeln sollten. Warum meine Tochter sich damals, im faszinierenden Kindergartenalter, plötzlich Pfeil und Bogen wünschte. Zum Beispiel ...

Ich sah mich bereits mit einem Pfeil an der Stirn und hörte deutlich die Forderung nach mehr Taschengeld. Oder mindestens 3 Riegel Erdbeerschokolade in der Frühstücksbox. Oder einem neuen felligen Zimmergenossen.
Da zu dieser Zeit Töchterchens Geburtstag nahte, überlegte ich, ihr Pfeil und Bogen vielleicht auf den Gabentisch zu legen. Der Gedanke, dass noch andere Zwerge zur Feier kommen würden, ließ mich jedoch flugs wieder hadern. So ein bisschen zumindest. Denn Zwerge können sehr kreativ sein. Vor meinem geistigen Auge erschien unsere arme Katze, die versuchte, sich vor den kleinen Großwildjägern zu retten. Auf derartige Unannehmlichkeiten reagiert sie immer recht prompt. Mit einem Würgeprozess, der unverdaute Mäuse auf den Wohnzimmerteppich zaubert.
Also lieber doch kein Pfeil und Bogen? Aber was, wenn das genau die Sportart ist, die meinem Kind liegt? Und ich missachte das. Vorsätzlich. Weil ich mir zu fein bin, hochgewürgte Nager zu entsorgen.
Darf ich das als Mutter überhaupt? Meinem Kind so grobe Steine in den Weg legen? Wann würde sich diese weitere meiner Fehlentscheidungen rächen? In der Pubertät? Bei der Berufswahl? Bestimmt wenn sich die Frage stellt, ob sie mich zu Hause behält oder lieber ins Heim steckt ...

Und so war die Freude meiner Tochter groß, als sie an ihrem 5. Geburtstag Pfeil und Bogen auf dem Gabentisch vorfand. Nicht ein einziger der Pfeile (mit Saugnapfspitze) suchte sich den Weg an Mamas Stirn, die Katze zauberte keine bereits verspeisten Mäuse auf den Teppich und noch stehen meine Chancen gut, nicht ausquartiert zu werden.
Allerdings ... kann ich gar nicht mehr so genau sagen, wer von uns beiden an der darauffolgenden Fassenacht nun glücklicher war – ich, die Mama, die sich immer viel zu vielen unnützen Gedanken hingibt, oder meine entzückende kleine Robin Hood ... ;0)

Kommentare:

  1. Sonja, was isses wieder für ein köstliches Leseerlebnis gewesen.
    Herzlichen Dank. Du bist mein Held des Tages.
    Fröhliche Grüße
    Ines

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  2. 😂 So genial! Ich musste mal in meiner Ausbildung Schnecken probieren. Echt gar nicht so schlimm, wie ich immer gedacht habe. ;) Und meine große hat sich auf einem Mittelaltermarkt eine Armbrust gekauft. :) Ich drück dich! Dany

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  3. Liebe Sonja,
    ich habe geschmunzelt. Aber du hast ja so Recht. Man muss nicht alles können, alles ausprobieren oder alles Wissen. Du machst alles Richtig. Folge ganz einfach deinem Gefühl.
    Einen schönen Resttag wünscht Dir
    Irmi

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  4. :-)
    Weißt du was ich gerade gemacht habe?
    40 Minuten Erde vom Schianzug gewaschen BEVOR ich ihn in die Waschmaschine stecken konnte. Neben unserem Ahus gibt es ein keliens Rinnsal. Eh super. Nur dreiviertel des Jahres ist es darin gatschig. Kannst du dir den Geruch vorstellen? Du kannst das sicher, bist ja Weinbergschneckenerprobt.

    Liebe Grüße, Eva

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  5. ...voll ins Schwarze getroffen, liebe Sonja,
    hast du mit deiner Geschichte zum Bild...toll,

    lieber Gruß Birgitt

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  6. Sonja, was für ein toller Post. Ich musste vom ersten bis zum letzten Wort, sowas von grinsen und des hält auch darüberhinaus an. Danke. Klasse. Schönen Abend :)

    Liebe Grüße Andy

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  7. Besteigungen... Wenn ich eins so gar nicht mag, sind es Wanderungen und die auch noch aufn Berg rauf. Einmal konnte der Liebste mich dazu überreden "Ist wirklich nicht schlimm, ist ganz easy" und dann fragte er vor dem Losfahren (auch wir müssen immer erst noch ein Stück mit dem Auto hinfahren, eh man hochsteigen kann): "Wieso schminkst du dich?" Worauf ich knurrte "Wenn ich schon irgendwo tot übern Zaun hänge, will ich wenigstens gut dabei aussehen."
    Denn auch für mich gilt: Alles, was höher ist als eine Etage, übersteigt meine physischen Kräfte. Und meinen Ehrgeiz :)

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  8. Na hast du heimlich Pfeil und Bogen von deiner Tochter genutzt ? Du hast nämlich mit deinem Post wieder den Vogel abgeschossen . Eine schöne Geschichte , die mir bekannt vor kommt . Berge besteigen ist auch nicht mein Ding ( mir reicht mein 2. Stock ) ,die possierlichen Tierchen müssen auch keine leuchtende Nase haben , nur Weinbergschnecken die mag ich . :) :) :)
    Liebe Grüsse Omama

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  9. Schnauf, das Klassenzimmer meiner Tochter befindet sich im dritten Stock - auch mein persönlicher K2.
    Und mein Mann hat als Kind seiner am Baum fest gebundenen Schwester mit 'nem Pfeil fast das Auge raus geschossen...
    Aber die mit dem Saugnapf hatten wir hier auch, allerdings waren die für meine Kinder irgendwie recht bald zu langweilig. In Folge blieb ich aber hart, der Augen wegen kamen keine anderen Pfeile mehr ins Haus.
    Liebe Grüße und ein schönes Wochenende

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  10. Das hast du ganz fantastisch formuliert und ich kann dir nur in allen Punkten zustimmen.
    Bei unseren Kindern ist mit Pfeil und Bogen auch alles gut gegangen. Allerdings bekam unsere Tochter von einem Jugendlichen eine Metallspitze in den Kopf, den haben wir angezeigt und die Eltern mussten später Schmerzensgeld zahlen. Alles unnötige Aufregungen, wenn der Junge auf die Scheibe geschossen hätte.

    Liebe Grüße
    Arti

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  11. Hach, mit Pfeil und Bogen haben wir auch so unsere Erfahrungen gemacht - vom Jahrmarkt brachte der Jüngste ganz stolz mit, was er an der Luftballonbude gewonnen hatte. Und nach ein paar Minuten war das Ding kaputt, mööööp! Gut, dass ich weiß, wie man aus Weidenzweigen einen Bogen schnitzt ...
    Liebe Grüße
    Christiane

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  12. Wenn sie älter wird und sich Nagellack und Co. wünscht, wird es noch erfreulicher...;-). Dann borgst du dir wieder Pfeil und Bogen aus...das Ziel müsste dann klar sein...;-))). LG Lotta.

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  13. Hallo geliebtes Schwesterherz ♥
    Ich glaube nicht, dass Selvi vorverdaute Mäuse hochgewürgt hätte. Sie hätte ganz in Sir-Nottingham-Manier die Krallen ausgefahren. Ha, die hätte den kleinen Wurzelzwergen schon das Fürchten gelehrt. So eine Diva lässt sich von so kleinen Scheißern nicht auf der Nase rumtanzen. Hat sie Pfeil-und-Bogen noch?
    Wie? Du prustest schon beim bezwingen des 1. Stockwerks? Ich wollte meinen Geburtstag auf dem Brocken feiern und du bist herzlichst eingeladen (mit Gefolge). :-D

    Ein schönes Wochenende dir
    Deine Bina ♥♡♥

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  14. Ich würde sagen, das ist eine Umsetzung ganz à la Sonja, so wie wir sie und ihre Schreibe kennen, einfach nur köstlich. :-)
    Nicht immer ist man als Mama gleich mit den Wünschen der Kids einverstanden, gell?

    Wenn alles gut mit Pfeil und Bogen verlaufen ist, dann war es auf jeden Fall das richtige Geschenk fürs Töchterlein. :-)


    Ganz liebe Grüße und dir ein schönen und erholsames Wochenende
    Christa

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  15. Deine Geschichte zur 5 ist ganz wunderbar... Zu goldig ist das Alter und was sich die Kleinen alles ausdenken können... (hab ein Enkelkind, gerade 5 geworden...) Auch ich bin keine große Bergsteigerin und fürchte mich vor Anstiegen... Aber die Aussicht, die ist dann unbeschreiblich ;-) Danke, dass du unseren Pingpong-Ball aufgenommen hast! Den nächsten "schieße" ich am Dienstag... Lieben Gruß Ghislana

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  16. ich habe deine Geschichte auch wieder seeeeeeeeeehr gerne gelesen ... und freue mich schon auf die nächste ... :-)))))))))

    Ich wünsche dir einen schönen Sonntag. Herzliche Grüße von Heidi-Trollspecht

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  17. na super....da neigt man dazu in die zukunft zu schauen ....und?.....nix! wir sind eben doch keine hellseher.
    so schön, haste wieder toll geschrieben♥
    knuddelgrüsse an alle

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  18. Als ich meinen großen Jungs (10) das ursprüngliche Bild zeigten, kamen sie auch direkt auf eine Zielscheibe. Du triffst mit deiner Interpretation und deiner verbalen Umsetzung wirklich voll in die Mitte der Leserherzen. Total klasse. Nachdem ich das Bild ja tatsächlich für eine Einladungskarte zum 5. Geburtstag nutze, überlege ich nun an einem passenden Geschenk ;-). VG Karin

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  19. Liebe Sonja,
    vielen Dank fürs Mitmachen. In deinem Text finde ich mich mit meinen Muttergrübeleien sehr gut wieder. Eine tolle Umsetzung. Und klar, das Originalbild ist zum Zeigen und verlinken da ... diese Freiheit ist uns beim Bilder-Pingpong sehr wichtig. Entschuldige, dass ich jetzt erst kommentiere, ich war ein paar Tage offline.
    Herzliche Grüße von Lucia

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  20. Liebe Sonja,
    wunderbar was du geschrieben hast, ich habe sehr geschmunzelt. Das alles möchte ich als Mutter tatsächlich auch nicht wissen.
    Meine Tochter hat sich zu Weihnachten auch Pfeil und Bogen gewünscht und bisher landeten alle Pfeile auf der Scheibe.
    Herzliche Grüße
    Sabine

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