Freitag, 22. März 2013

Gans süß, ich sauer

Der Wahnsinn begann mit dem fragwürdigen Verlangen, unbedingt das auf dem Feld zwischen Schule und Zuhause entdeckte Gänsepaar zu fotografieren. Unbedingt! So.
Doch wie sollte ich ans Feld gelangen, ohne dass das Federvieh sofort stiften gehen würde? Ein Plan musste her. Es geht doch nichts über eine perfekte Planung bis ins kleinste Detail, wollte ich schließlich alle Eventualitäten genauestens bedacht haben, bevor ich das Geflügel mit dem Shooting überraschte. Und genau deswegen ließ mich meine ausgeprägte Liebe zum Detail mein schrecklicher Hang zu Eventualitäten auch nicht so einfach wieder los.
Was, wenn die Viecher mich bemerken und ihnen meine Anwesenheit zuwider ist? Was, wenn sie fauchen und keifen und mich angreifen? Sir Alfred Joseph Hitchcock hat so was ja schon vor etlichen Jahren prophezeit.
Ach, papperlapapp, das sind doch nur zwei Gänse. Quasi einen halben Kopf größer als eine Stubenfliege. Genau, und mit zwei Stubenfliegen werde ich ja wohl noch fertig werden.
Nur was, wenn diese Stubenfliegen Gänse einen tierischen Schreck bekommen, sobald ich mich ihnen nähere? Was, wenn eine der beiden vor Aufregung aus den Latschen kippt? Womöglich ein Schock. Oder ein Ohnmachtsanfall. Um Himmels Willen, wie rette ich denn eine kollabierende Gans? Mein letzter Erste-Hilfe-Kurs liegt gefühlte 150 Jahre zurück. Aber trotzdem bin ich mir sicher, dass ich mich daran erinnern würde, wenn der Körperbau der Übungspuppe dem einer Gans entsprochen hätte.
Und was, wenn die zweite Gans panisch Richtung Straße flattert? Entweder, weil sie ein sehr hilfsbereites Geflügel ist, das schnell jemanden organisieren möchte, der weiß, wie man ihre kollabierende Artgenossin rettet, oder weil sie lediglich eine hinterhältige Petze ist, die diese Situation hemmungslos ausnutzt, da sie nur darauf gewartet hat, mich in die Pfanne zu hauen.
Aber was, wenn die Petze angefahren wird? Und/oder dadurch einen Unfall verursacht? Mit wer weiß wie vielen Autos. Die Hauptstraße ist manchmal recht stark befahren.
Au weia ... Küken! Was, wenn irgendwo schon kleine Gänsebabys hocken, die Mami und Papi überallhin folgen? Wie soll ich denn die Minis gesund und munter von der Straße bekommen? Womöglich können die noch gar nicht fliegen. Ich übrigens auch nicht ...
OMG! Und dann? Rettungskräfte, Feuerwehr, Tierschutzverein - alle da. Und natürlich der fluchende Bauer des Gänsefeldes, der das ganze Theater so überhaupt nicht befriedigend findet. Uiuiui, das wird eine teure Angelegenheit.
Wer muss eigentlich für den entstandenen Schaden haften? Womöglich ... ICH? Und das alles nur, weil dieses seltsame Gänsepaar unbedingt fotografiert werden will? Nä, meine Lieben, nicht mit mir!
Und darum heute auch nur kurz und knapp ein Bild von diesem flauschigen Kerl:


Der war zwar auch ziemlich hektisch, aber bei ihm war ich mir zumindest sicher, dass er kein Verkehrschaos auslösen würde. So!

Kommentare:

  1. Muhahahahahahahaaaaa, du wieder….;-))))
    Liebe Grüße
    Gisela

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  2. Ich habe Deine Postings echt vermisst. ;D

    Ich kenne auch so ein Feld, auf dem sich Gänse rumtreiben und schon oft, wenn ich auf der Schnellstraße daran vorbei gefahren bin, habe ich überlegt, wie ich da hin komme und Fotos schießen kann. Was da alles passieren kann?? Daran habe ich ja gar nicht gedacht! OMG!

    Also lasse ich es lieber... besser ist das.

    LG

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  3. *lautlachtundklatscht*....klasse liebe Sonja. Wieder superherrlich geschrieben, so dass mir die Tränen runterlaufen!!!

    Na, da haste aber wirklich besser getan so ein RauPtier vor die Linse zu bekommen. Der hätte zwar auch gefääährlich zubeissen können, aber zumindest kein Verkehrschaos ausgelöst ;-)

    Tollen Tag und liebe Grüssle

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  4. *haha* Das war gut! =)
    Und das Rauptier ist cool! =)
    GLG Dany

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  5. ich habe wieder breit grinsen müssen. und weisst du was? ich habe dich schon über der gans liegen sehen und mund zu mund....ähh...schnabelbeatmung machen. kicher
    ♥♥♥

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  6. Hi hi hi..... Ein schönes Rauptier. Hoffentlich hast du es nicht in der Nähe der Gänse gefunden und fotografiert, sonst ist es jetzt vielleicht...... lg

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  7. Ich habe geschmunzelt. Eine wundervolle kleine Geschichte.
    Und was sagt sie uns? Man muss nicht alles knipsen, was uns
    vor die Linse kommt.Manchmal sollte man ganz einfach zurückstecken.
    Einen schönen, sonnigen Start in das Wochenende wünscht
    Irmi

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  8. haha- süßes foto von dem keinen fellwurm.
    Rauptier - das gefällt mir super für eine Raupe

    lg gabi

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  9. *ahaha* :-D
    Alles 'gans' gut bedacht und dann dem RaupTier auf den Pelz gerückt - Bravo!

    Wir wollen wieder viiiel mehr von dir lesen *unbedingt*
    LG Hella

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  10. Da hast du recht , liebe Sonja , das Risiko wäre ich auch nicht eingegangen . Da ich Respekt ( Schiss ) vor diesen Gänsen habe , würde ich sie sowieso nur aus der Ferne fotografieren . :) Liebe Grüsse Omama

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  11. Jeeeeeeeeeeeeil *o*

    Du bist ne Marke ... viele Grüße aus dem sonnigen Saarländle ins WE
    LG Kerstin

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  12. Ohh, das finde ich super, mag Raupis auch sehr und die hier hat sich ein Winterfell angezogen *gg*.

    LG Mathilda ♥

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  13. ..hast du wirklich noch nie was von der Gänseunfallversicherung gehört, liebe Sonja?!?
    die hättest du einfach nur abschließen brauchen und wärest aus dem Schneider...egal was den Gänsen und den anderen passiert... ;-)

    ...deine Geschichte ist wieder suuuuuper!!!

    lieber Gruß Birgitt

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  14. Schön Dich wieder zu lesen und dann auch noch mit so einer herrlichen Geschichte - suuper! Und schönen Gruß an das Rauptier, falls es nochtmal Deinen Weg kreuzen sollte...
    Lieben Gruß und ein tolles Wochenende
    Froggie

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  15. Supergeschichte und tolles Raubtier. Hats bestimmt nicht mitbekommen, daß es die Hauptdarstellerin war. ;)) LG Margarethe

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  16. Herrlich, sooo schön erzählt. Das habe ich auch sehr vermisst ♥
    Toller flauschiger Kerl.
    LG Sabine

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  17. Herrlich, hihihihi, ich finde das verrückt. Na, hoffentlich bleibt jeglicher Ärger aus. Die Raupe hats aber in sich oder an sich mit ihren Härchen ;-)
    Liebe Grüße von Anne

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  18. wieder klasse geschrieben :-) ja genau so ist es manchmal - man hat eine Idee - und dann zerdenkt man alles ;-)
    und so kommst du dann (und jetzt auch wir) zu dem schönen Rauptierfoto :-))

    lieber Gruß von Heidi-Trollspecht

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  19. Meine Herren, ich habe mitgefiebert, ob das mal ohne chaos ausgehen kann. Wie gut, dass Du souverän das Problem gemanagt hast.
    Mit dem Rauptierfoto sollten wir Dich im Frankfurter Zoo anmelden. Sensationell.

    Hab Dank für den wunderschönen Lacher.

    Liebste Grüße Kirsten

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  20. ;-)
    schönen wochenstart!!♥

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  21. Klasse, wie du schreibst..
    Du solltest ein Buch veroeffentlichen...
    Gehst hier unter die (hmmmm,...!!!)..

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  22. Moin, moin...
    Ich wünsche ein frohes Osterfest... mit viel Sonnenschein und guter Laune!
    Der Frühling hat sich bei uns noch nicht eingestellt, aber ich denke dass er den Winter bald im Schwitzkasten hat!

    Das Osterei
    Unterm Baum in grünen Gras
    sitzt ein kleiner Osterhas´!
    Putzt den Bart und spitzt das Ohr,
    macht ein Männchen, guckt hervor.
    Springt dann fort mit einem Satz,
    und ein kleiner frecher Spatz
    schaut jetzt nach, was denn dort sei.
    Und was ist´s? Ein Osterei.
    (Volksgut)

    LG-GiTo

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  23. Du bist nicht allein. Mein Mann und ich haben gerade herzlich über Deine Gänsegeschichte gelacht. Ich bin übrigens auch eine, die alles bis zu Ende denkt... Und Witze meist nicht lustig findet, weil ich sie auf ihre Logik hin seziere.
    LG Sunny

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  24. Weißt du was, liebe Sonja, diese Story gehört in die Zeitung! :-)
    Ich habe mich köstlich amüsiert und Applaus, du hast die Situation großartig gemanaged und dass wir daraus resultierend noch ein tolles Rauptier mitgebracht bekommen, ist der Hit des Tages. :-)

    Ich wünsche dir und all deinen Lieben ein frohes und buntes Osterfest. :-)

    Liebe Grüße
    Christa

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