Samstag, 20. August 2011

Möge die Macht mit ihm sein!

Am Namen `Luke´ gibt es ja eigentlich nichts zu meckern. Ist halt nur Käse, wenn der Name irgendwann Programm wird ...

Ist es nicht so, dass unsere bzw. die Namen anderer Leute uns beeinflussen? So unterbewusst? Oder einfach nur verwirren? Manchmal?
Wenn ich zum Beispiel Knut höre, denke ich spontan an kalt und Wasser und Eis. Und an einen weißen Flauschebären. 
Höre ich Arielle, denke ich an singende Fische und trommelnde Schildkröten. Und an eine rothaarige Meerjungfrau. 
Außerdem bin ich immer wieder aufs Neue verwundert, wenn ich daran erinnert werde, dass Noel im Sommer Geburtstag hat und nicht an Weihnachten. 
Und warum ist Frau Schwarz eigentlich blond?

> Die Augen des mir fremden Vaters strahlten, seine Atmung wurde hörbar flacher, seine Hände glitten aufgeregt über die Rillen der Rennbahn-Bauteile. „Luke“, rief er aufgeregt, „schau doch mal! Ist das nicht klasse?“
„Hm“, reagierte sein Sohn äußerst kritisch ... im Sinne von desinteressiert, was, wie ich finde, doch ein bisschen hartherzig von dem Knirps war. (Also, mein Sohn hätte sich das garantiert nicht zweimal sagen lassen. Nö, mein Sohn hätte garantiert schon vor Beendigung der Aufforderung am Regal geklebt. Aber mein Sohn und der fremde Papa und ich ... wir kannten uns ja gar nicht.)
Des Papas Sprosses Desinteresse blieb selbstverständlich nicht unbemerkt. Mit einem Zuckerlächeln tauchte plötzlich eine verkaufsorientierte Mitarbeiterin vor uns auf, welche unbemerkt den Knopf eines geräuschvoll blinkenden und rollenden Raumschiffs betätigt hatte, welches nun kreuz und quer über den Fußboden des Spielzeugladens düste. 
Mädels, es war traumhaft! Systematisch schleckerte das Schiff jeden Millimeter der schmalen Gänge ab. Völlig selbstständig. Und es schien ihm sichtlich Freude zu bereiten. Unglaublich! Es schleckerte kurz mal hier, schleckerte kurz mal dort ... und sobald es irgendwo gegendotzte, wendete es von ganz allein. Ihr hättet es sehen sollen – es war einfach himmlisch!
Ich war mindestens genauso fasziniert von dem Ding wie Luke. Wenngleich dieser sich das Schiff wahrscheinlich nicht unbedingt mit Putzlumpen an den Füßen vorstellte.
Lukes Papa hingegen wirkte wenig angetan. Eher etwas geknickt. Hin und wieder warf er einen wehmütigen Blick Richtung Rennbahn. Armer Vater. Mensch, Kerl, du musst dich durchsetzen! Leg dein röcheligstes Röcheln auf die Stimmbänder und los: „Luke, ich bin dein Vater ... und du kommst jetzt sofort her und schaust dir die Rennbahn an!“ <

Tja, Gutester, hättest Du bei der Namensgebung auf Michael oder Sebastian bestanden, hätte Dein Sohn jetzt vielleicht etwas mehr Interesse an Deinen Interessen. Aber nö, es musste ja unbedingt Luke sein!

1 Kommentar:

  1. Liebe Sonja
    Da hast Du Dir Gedanken über etwas gemacht, worüber ich noch nie nachgedacht habe.... Recht hast Du! So ist es wirklich!
    Einen guten Start in die neue Woche wünscht Dir Yvonne

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